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Radiofrequenzablation (RFA) von HerzrhythmusstörungenInhalt dieser Seite 1. Was ist eine Radiofrequenz-Ablation? 1. Was ist eine Radiofrequenz-Ablation?Die RFA ist eine moderne interventionelle Behandlungsmethode zur dauerhaften Beseitigung bestimmter Formen von tachykarden Herzrhythmusstörungen (“Herzrasen”). Es handelt sich dabei um einen Eingriff unter Verwendung von speziellen, steuerbaren Herzkathetern (auch Katheterablation genannt). Damit wird der Ursprungsort der Rhythmusstörung oder eine an ihrer Entstehung beteiligte Leitungsbahn aufgesucht und lokal zerstört (verödet). Dies erfolgt durch Anwendung hochfrequenter, elektrischer Wellen, welche zur Erwärmung des Herzmuskelgewebes führen (auf 50-70 °C). Dadurch kommt es zur Verödung mit anschliessender Bildung einer kleine Narbe (2-5 mm Durchmesser) und somit zur Ausschaltung des für die Entstehung der Herzrhythmusstörung verantwortlichen Herzmuskelgewebes. Wozu dient eine Radiofrequenz-Ablation?Die Katheterablation kommt typischerweise dann zum Einsatz, wenn eine medikamentöse Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringt oder wegen Nebenwirkungen nicht möglich ist. Aufgrund der hohen Erfolgsrate für eine dauerhafte Beseitigung von Herzrhythmusstörungen und gleichzeitg sehr seltenen Komplikationen wird die RFA jedoch zunehmend auch als primäre Therapie eingesetzt. Anwendung findet dieser Eingriff z.B. bei AV-Knoten-Reentry Tachykardien, AV-Reentry-Tachykardien (z.B. WPW-Syndron), Vorhofflattern, Vorhofflimmern und Kammertachykardien. Wie läuft eine Radiofrequenz-Ablation ab?Der RFA geht eine elektrophysiologische Untersuchung (EPS) voraus, mit welcher Art und genauer Mechanismus einer Herzrhythmusstörung abgeklärt wird. Der Eingriff findet im Herzkatheterlabor statt. Nach örtlicher Betäubung in der Leiste (meist beide Seiten, in bestimmten Fällen auch am Hals oder unterhalb des Schlüsselbeins) werden verschiedene Katheter unter Röntgen-Durchleuchtung ins Herz vorgeschoben. Dazu braucht es einen venösen und je nach Art der vorliegenden Rhythmusstörungen zusätzlich einen arteriellen Gefässzugang (letzteres bei Rhythmusstörungen mit linksseitigem Ursprung; alternativ kann auch das Vorhofsseptum punktiert werden). Mit Hilfe des Oberflächen-EKGs, sowie der elektrischen Signale, welche über die Katheter aus dem Herzen abgeleitet werden und der in der Röntgendurchleuchtung sichtbaren Katheter-Positionen wird der für die Rhythmusstörung verantwortliche Ort im Herz aufgesucht und verödet. Das Vorschieben und Plazieren der Katheter spürt der Patient nicht. Während der Verödung (meist mehrere Impulse von 30-120 Sek. Dauer) kann ein Brennen in der Brust empfunden werden. Die elektrophysiologische Diagnostik und anschliessende Ablation ist ein zeitaufwendiges Verfahren und dauert typischerweise 1-3 h, komplexere Eingriffe können 6-8 h dauern. Bei langen Eingriffen erhält der Patient zusätzlich zur lokalen Betäubung auch Schlaf- und Schmerzmittel, um das lange Liegen angenehmer zu machen. Zur Verhinderung von Blutgerinseln entlang der Herzkatheter wird während und in gewissen Fällen auch nach dem Eingriff das Blut verdünnt. Je nach Art, Verlauf und Dauer des Eingriffs kann danach eine vorübergehende Überwachung in einem Aufwachraum oder auf einer Intensivstation nötig werden. In der Mehrzahl der Fälle und bei komplikationslosem Verlauf kann der Patient die Klinik 1-2 Tage nach einer RFA wieder verlassen und kann sofort wieder seinem normalen Alltag nachgehen. Erfolgsraten und mögliche Risiken einer Radiofrequenz-Ablation?Die Katheter-Ablation ist heute ein Routine-Verfahren in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Die Mehrzahl dieser Eingriffe verlaufen problemlos. Wie bei allen Katheter-Untersuchungen sind die Gefässzugänge mit Risiken behaftet (Hämatom, AV-Fistel, Dissektion, ...). Selten kommen trotz Blutverdünnung Thrombosen und Embolien vor. Mit den Herzkathetern können auch am Herzen direkt Verletzungen entstehen (Perikarderguss, -tamponade, Verletzung von Herzklappen). Im allgemeinen sind diese Komplikationen sehr selten (meist < 1%) und nicht lebensbedrohlich.
Abbildung 1: MRI 3-D Rekonstruktion des linken Vorhofs bei Vorhofflimmerablation unter Zuhilfenahme des CARTO Systems (rote Punkte = Ablationspunkte)
Abbildung 2: Typische Anordnung der Katheter im rechten Vorhof und das dazugehörige intrakardiale Elektrogramm bei der Ablation von typischem Vorhofflattern |
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